after 5 months of traveling

English version: After 5 months of traveling we have crossed the Equator. We are now in the northern hemisphere. Our map of „Southern Africa“ that has been with us for the last 10 years and where we marked every roadtrip we made, has been exchanged for the one of „Northern Africa“ which is brand new and has no history. We should be delighted, excited and happy about this. Sometimes we are and often we are not.

First of all we are a bit concerned ( Timm less than Michaela) about our security in the following northern african countries. We have been thinking it back and forth, have considered different options and routes and still with a funny feeling in our stomach we will stick to our planned route. Most probably we are far too concerned after reading too many foreign ministery homepages and their travel warnings. But the feeling, that all the obsacles we are facing right now might be there for a reason just would not disappear. Getting a visa for Ethiopia is not possible (for Germans at least) in any ethiopian embassy on the way, but can only be issued in our country of residence. We sent our passports home and get the visas organized through a visa agency in Germany. Just as Egypt seemed to have calmed a bit, a bomb kills 3 tourists ( in Sinai, a place we would never have gone though) and we hear stories of 4×4 not beeing allowed in Egypt any more. The South Sudan conflict affects neighboring countries, so far not northern Sudan but who knows. these are all not real obstacles, but definetly issues that spoil our trip a bit.

Being in the northern part of the world somehow makes us think more about what awaits us and we sometimes have to pull ourselves together to stay in the moment and not always drift to the future. We still miss South Africa very much. Just yesterday we had a day, where looking back was terribly painful.

Right now we are in Uganda on a beautiful campsite at Lake Bunyoni. With us are two couples who happen to come from Cape Town, one with a Danish, one with a German wife. Within minutes we were back in Cape Town mode, happily chatting, enjoying some wine and beer, talking the Cape Town property market over (that is something  people in Cape Town do like the Germans discuss the „Bundesliga“) laughing and everybody completely comfortable. Then another landrover appeared, also with a South African number plate. We were laughing and curioulsy eyeing the 4 young guys getting out. When welcomed and asked where they are from we got a quick „We are german. But not such serious campers as you are!“ No smile, no more conversation. They took a quick photo of the lake (making sure to keep distance), parked their car and disappeared to the restaurant. Only much later one of them approached us shyly, asking where we are from. It turned out they were from Neumünster, a small town only about 30 km away from our (german) home town- a fact they found far less impressive than we did. The 4 guys have arrived in South Africa 10 days ago and with driving 10  hours a day managed to get to this point ( it took us 5 months, another extreme). Their plan is, to drive around the Lake Victoria and back to South Africa in one month. For the next day they had planned to go through Uganda, into Rwanda, into Burundi and then to Tanzania, where they planned to stay overnight. When asked why ( Timm thought it was a race or a bet) they are rushing so much he said they only have 4 weeks time. On a previous 3 week trip they had already seen all of South Africa, Namibia, Botswana, Swaziland, Lesotho , Zimbabwe and southern Mosambique. We asked if the liked Cape Town and they said all he could remember was the campsite on top of Table Mountain and a duck family that lived there (we really wonder where that campsite is 🙂 ).

And there we were, right in the middle between people from our „old“ hometown and the ones from our „new“ hometown and all we could do was shake our heads about the different ways of live. So far we can not really see if the last 5 years have changed us much. But the slight fear of not fitting in any more is definitely there. In South Africa ( Cape Town in this Case) we love the „mental freedom“, the possibility to be whoever you want to without being judged. Cape Town is such a melting pot of different people, cultures and ways of life that no one really has to fit in any special „box“. Germany on the other side offers a „physical freedom“, that especially for the kids is a huge plus. There are hardly any security issues and the kids can start doing their own things without constant supervision. Time will show which kind of freedom is more important to us and if one really is not as „mentally free“ in Germany as we fear now.

 

 

German version: Nach 5 Monaten reise haben wir den Äquator überquert. Nun sind wir also auf der Nordhalbkugel. Unsere Karte vom „südlichen Afrika“ welche die letzten 10 Jahre unsere Begleiter war und auf der wir jede Reise markiert haben, wurde gegen die vom „nördlichen Afrika“ ausgetauscht. Diese ist nagelneu, unzerknittert und hat keinerlei Flecken und Geschichte. Neuland! Wir sollten darüber glücklich und aufgeregt sein. Manchmal sind wir das, aber sehr oft nicht.

Zuerst sind wir ein bisschen besorgt über unsere Sicherheit in den folgenden nordafrikanischen Ländern (Timm weniger als Michaela). Wir haben uns heiss gedacht, hin und her überlegt, verschiedene Routen in Erwägung gezogen. Mit einem komischen Gefühl im Bauch haben wir uns nun für die ursprüngliche Route entschieden. Sehr wahrscheinlich machen wir uns verrückt und sicherlich hilft es nicht, zum 100 Male alle Reisewarnungen auf allen möglichen Internetseiten der Auswärtigen Ämter der Welt zu lesen. Das komische Gefühl, dass alle Steine, die uns gerade in den Weg gelegt werden aus gutem Grund dort liegen, will aber einfach nicht verschwinden.

Ein Visa für Äthiopien zu bekommen ist (zumindest für Deutsche) fast unmöglich. Jede Botschaft auf unserem Weg hat uns inzwischen abblitzen lassen. Seit Neustem kann ein Äthiopienvisa nur im Heimatland, also Deutschland für uns ausgestellt werden. Wir mussten also unsere Pässe nach Deutschland schicken und eine Agentur beauftragen, uns die Visas zu besorgen. Gerade als sich Ägypten wieder beruhigt zu haben schien und der Tourismus langsam zurückkam, explodiert auf der Sinai Halbinsel eine bombe und tötet 3 Touristen. Wir hatten nicht vor auf die Sinai Halbinsel zu fahren, aber ein komisches Gefühl bleibt doch. Dann haben wir vermehrt gehört, dass 4×4 in Ägypten nicht mehr die Grenze passieren dürfen. Der Südsudan- Konflikt strahlt auf Nachbarländer aus, bis jetzt noch nicht auf die Teile des Sudans die wir durchfahren müssen, aber wer weiß was noch kommt. Das alles sind nicht wirklich Hindernisse, aber definitiv Themen die uns ein bisschen den Spaß verderben.

Jetzt wo wir im nördlichen Teil der Weltkugel angekommen sind, denken wir immer mehr darüber nach, was uns in Deutschland erwartet und ziemlich oft müssen wir uns zusammenreißen nicht zu sehr in die Zukunft abzudriften, sondern in der Gegenwart zu bleiben. Wir vermissen Südafrika noch immer sehr. Gerade gestern war ein Tag an dem es ziemlich wehtat zurückzuschauen.

Wir sind in Uganda, an einem wunderschönen Campingplatz am Lake Bunyoni. Mit uns campen hier 2 Paare, die lustigerweise auch aus Kapstadt kommen. Innerhalb von Sekunden waren wir zurück im Kapstadt Modus, unterhielten uns fröhlich, tranken ein bisschen Bier und Wein, diskutierten den Kapstädter Immobilienmarkt (das ist in Kapstadt eine Art Sport, so wie wir in Deutschland die Bundesliga diskutieren), lachten und alle waren sehr entspannt. Dann kam ein weiterer Defender mit südafrikanischem Nummernschild an. Gespannt schauten wir alle auf die 4 jungen Typen, die ihm entstiegen. Auf die frage woher sie kämen, antworteten sie knapp „Wir kommen aus Deutschland und nehmen das Campen nicht halb so ernst wie ihr!“ Kein Lächeln  kein weiteres Wort, schnell aus sicherer Distanz ein Foto vom See geschossen und ab ins Restaurant. Erst sehr viel später kam einer von ihnen schüchtern auf uns zu und fragte wo wir genau herkommen. Es stellte sich heraus, dass die 4 aus Neumünster, einer kleinen Stadt keine 30km von unserem Heimatort entfernt, kommen. Eine Tatsache die wir viel erstaunlicher fanden als er. Die 4 waren vor 10 Tagen in Südafrika gelandet und hatten es mit 10 Stunden Fahrt täglich bis an den Lake Bunyoni geschafft (o.k. unsere 5 Monate sind da ein anderes Extrem). Ihr Plan ist es, in 4 Wochen einmal den Lake Viktoria zu umrunden. Für den nächsten Tag hatten sie sich vorgenommen von Uganda nach Rwanda und über Burundi nach Tanzania zu fahren, wo sie übernachten wollten. Als Timm fragte, ob es sich hierbei um eine Wette oder ein Renen halten würde, bekamen wir als Antwort, dass ja nicht jeder so viel Zeit hätte wie wir. Während eines vorherigen Trips hätten sie es schoneimal so gemacht und so in 3 Wochen ganz Südafrika, Namibia, Botswana, Swaziland, Lesotho, Zimbabwe und das südliche Mosambik gesehen. Wir fragten ihn, ob er Kapstadt mochte, aber alles woran er sich erinnern konnte, war ein Campingplatz auf dem Tafelberg auf dem auch eine Entenfamilie lebte (Wir fragen uns noch immer, welcher Campsite das wohl war :)).

Und da waren wir nun, mitten zwischen Menschen aus der alten und aus der neuen Heimat und wir konnten uns nur wundern über so unterschiedliche Lebensweisen. Bisher können wir noch nicht absehen, ob und inwieweit und die letzten 5 Jahre Afrika verändert haben. Aber die leise Angst dass wir in Deutschland nicht mehr „reinpassen“ ist schon da. An Südafrika (in diesem Fall Kapstadt) lieben wir die „mentale Freiheit“. In Kapstadt leben so viele verschiedene Menschen verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichstem Hintergrund, dass im Grunde jeder so sein kann wie er will und nicht das Gefühl haben muss, dafür in irgendeiner Form bewertet zu werden. Niemand muss in irgendein Raster passen. In Deutschland hingegen lieben wir die „physische Freiheit“, die Tatsache, dass man sich keine großen Sorgen um Sicherheit machen muss und dass die Kinder sich endlich frei bewegen können. Die Zeit wird zeigen welche Art von Freiheit für uns wichtiger ist und ob unsere Angst in Bezug auf Deutschland überhaupt begründet ist.

 

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4 responses to “after 5 months of traveling

  1. Die armen Jungs, da rasen sie so durch und könnten sich die Mühe eigentlich gleich sparen. Keine Angst, wir sind nicht alle so, die wir in Deutschland geblieben sind! 😉

    Viele Grüße,
    Lena

  2. Ihr Lieben!Ganz sicher wird es beinah unmöglich sein in Tramm anzukommen.Ich persönlich bin froh,wenn ihr denn da seid,denn jetzt mach ich mir schon etwas Sorgen!Das was ihr jetzt erlebt,kann Euch niemand nehmen!!!!Alles andere wird sich zeigen und Fügen,viel Glück wünscht Euch Tantchen
    Neumünster ist eine doofe Stadt!!!!

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