Bagamoyo, Tanzania

English version: While we had enjoyed Zanzibar, our car that we had left at Mikadi, was the place of heartbreaking drama.Before we had left, we had made sure to neatly clean and pack it, so that when we came back to Mikadi there would be no temptation to find reasons for an extended stay. We knew, one day too long and we would fall into Mikadi Coma again.

When we opened our car we immediatly realized  something was wrong. It smelled strange inside and there were tiny bits if paper everywhere. Also some things in the front seat seemed to have been moved. When we had a closer look, we saw the edges of a few doors beeing nibbled off, the same at the back door. Only further inspection gave us the full picture. While we had been away, we had locked a mouse into our car,. Not only did she desperately try and find food and water, but she  had also build a nest and given birth to 5 little babies, that were now, still naked with closed eyes, crying for their mum. Mother mouse must have got out of the car as soon as she had a chance, as there was absolutely no sign of her. We could not leave te little ones starving. While Michaela tried to distract the kids (they still do not know about the babies! ) Timm took the terrible job of speeding the process of the little mice dying.  We had to clean the car all over again and after this were more than ready to leave the next day.

Our first stop was in Bagamoyo. Only 70 km from Dar Es Salaam it still took us more than 3 hours to get through the dense traffic. From 1887 to 1891 Bagamoyo was the Capital of german East Africa and one of the most important trading posts on the East African coast. From Bagamoyo slaves, salt, ivory and other goods were shipped to Zanzibar and further from there. Today one needs a lot of imagination to picture its 19th century grandeur, but it is still quite a charming little town with its dusty roads, busy fish market, wide and long beach, dhow dotted ocean and „crumbling history“.

Our main reason to come to Bagamoyo though was Jo, one of the Mikadi owners, who is currently busy to open a new place here. This time, something completely different from a beach club, but a boutique lodge in a beautiful old Zanzibar mansion. But not only this. In the massive back garden she wants to grow organic food , build a campsite and a restaurant where she will turn her homegrown vegetables into healthy wholesome treats. A big task, that she wants to fulfill with the aid of the local community.

„Firefly“ (info@fireflybagomoyo.com), so Jo hopes, should turn into something of the Bagamoyo Hub, a „Urban Farm“ giving local people a possibility to contribute and make a business by adding what they can do best. Her vision, her creativity, dedication  and her energy will definetly turn this place into something very special. Though Jo was trerribly busy with her building site she still found time to show us around and to spend two great evenings with us. One night we organized a Braai ( BBQ) at the campsite we stayed at and one night Jo invited us to her house. We enjoyed lovely people and yummy  food. So far we had met quite a lot of crazy people who travel Afrika by bike. The craziest so far we met on the campsite in Bagamoyo; Grace and her 11 year old daughter from Amerika have taken 6 month of to cycle through eastern Africa on a Tandem! Cheers Ladies!

Since we are traveling, we have come across quite a lot of „Albino Blacks“. Carl calls them „the people who lost their color“ and this is exactly what they look like. They have the same features as black people, only their skin is as white as ours. In most african countries these people have a tough live, as their skin burns very easily and they often are social outsiders, if not even considered a „bad spell“ for their family. In many cases they are being killed or hidden away. In Tanzania it seems they find much more acceptance and it is the country we saw the most of them. When we were strolling in Bagamoyo one evening, a mother suddenly came running after us. After her, she was dragging a little Albino girl. We stopped and with a big smile the mother put the little girls hand into Michaelas. We were a bit helpless. What was this supposed to mean? Did she want us to take her daughter with us? The little girl shyly smiled at us and with a fingertip touched our skin. Michaela held her arm next to the girls arm and they compared skin color -the little girls shy smile getting bigger. „ Look, just like you “, Timm said and pointed at our kids. The little girl laughed and when we left (without taking her with) happily waved us good-bye.

 

 

German version: Während wir unsere Zeit auf Sansibar genossen, schienen sich in unserem Auto, das wir im Mikadi zurückgelassen hatte, herzzereissende Szenen abgespielt zu haben. Bevor wir losgefahren waren, hatten wir das Auto gründlich sauber gemacht und entmistet, damit wir bloß nicht in die Versuchung geraten würden, uns wieder einzugewöhnen. Ein Tag zu lange, und wir würden wieder ins Mikadi- Koma fallen.

Als wir das Auto aufschlossen, merkten wir sofort dass etwas nicht stimmte. Irgendwie roch es komisch und überall im Auto waren kleine Schnipselchen verteilt. Auch auf dem Beifahrersitz schienen ein paar Dinge bewegt worden zu sein. Bei genauerem Hinsehen, entdeckten wir, dass an allen Türen rumgenabbert worden war. Ziemlich schnell fanden wir die Ursache des ganzen Durcheinanders. Als wir das Auto abgeschlossen hatten, schienen wir eine kleine Maus eingeschlossen zu haben. Sie hatte nicht nur 5 Tage lang vergeblich versucht Futter und Wasser zu bekommen, sondern außerdem ein Nest gebaut und Nachwuchs bekommen. Uns fiepten nun 5 kleine nackige Mäuse mit noch geschlossenen Augen entgegen. Von der Mama keine Spur-sie war wahrscheinlich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit aus dem Auto gesprungen. Wir zweifelten daran, dass sie zurückkommen würde. Da wir die kleinen nicht qualvoll verhungern lassen konnten, musste Timm die schreckliche Aufgabe erfüllen, ihr Sterben zu beschleunigen. Michaela lenkte inzwischen die Kinder ab, die auch jetzt noch nichts von den Babys wissen. Wir mussten das ganze Auto also erneut auseinandernehmen und von Geruch und Schnipseln befreien. Natürlich hatte die Maus auch die Kabel unserer Stereoanlage angekaut, sodass aus den Lautsprechern nur noch ein lautes Dröhnen zu hören war. Nachdem wir alles in Ordnung gebracht hatten, waren wir dann doch nicht mehr allzu traurig am nächsten Tag aufzubrechen.

Unser erster Stopp war Bagamoyo. Zwar ist es nur ca. 70km von Dar Es Salaam entfernt, aber bei dem dichten Verkehr benötigten wir doch mehr als 3 Stunden. Von 1887 bis 1891 war Bagamoyo die Hauptstadt von Deutsch-Südwest-Afrika und eines der wichtigsten Handelszentren an der ostafrikanischen Küste. Von hier wurden Sklaven, Elfenbein, Salz und andere Güter nach Sansibar und von dort weiter verschifft. Heute braucht man viel Phantasie, um sich die einstige Größe und den Glanz vorzustellen. Trotzdem ist es noch immer eine charmante kleine Stadt mit staubigen Straßen, krümelnden Fassaden, einem geschäftigen Fischmarkt, einem weiten langen Sandstrand und vielen Dhows (Fischerboot mit Segel) am Horizont.

Unser Hauptgrund nach Bagamoyo zu kommen war allerdings Jo. Jo, eine der Besitzer der Mikadi Lodge, plant eine weitere Lodge in Bagamoyo zu eröffnen. Etwas ganz anderes als eine Beach Lodge dieses Mal. In einem imposanten und sehr renovierungsbedürftigen Stadthaus möchte sie ein Boutique Lodge eröffnen. Und nicht nur das. In dem riesen Garten plant sie einen Campingplatz und eine Art „Bio-Stadtfarm“, auf der sie mit Hilfe der Einheimischen Gemüse anbauen möchte, welches sie dann im angeschlossenen Restaurant zu gesunden Leckerbissen verarbeiten will. Des Weiteren sind ein Kunsthandwerk laden und diverse kleine Büros für Tourveranstalter und Handwerker im Erdgeschoss des Hauses geplant. Ihr Engagement, ihre Vorstellungskraft und Kreativität werden „Firefly“ (info@fireflybagamoyo.com) zu einem phantastischen Ort machen, da sind wir uns sicher! Obwohl Jo sehr eingespannt war, hat sie doch Zeit gefunden, uns herumzuführen und zwei sehr nette Abende mit uns zu verbringen. Den einen  Abend veranstalteten wir ein BBQ auf dem Campingplatz, den zweiten Abend grillten wir bei Jo auf der „Baustelle“. Bisher haben wir schon einige Verrückte getroffen, die Afrika mit dem Fahrrad durchqueren. Die bisher „Wahnsinnigsten“ sind allerdings Grace und ihre 11 jährige Tochter aus Amerika, die sich ein halbes Jahr Zeit genommen haben, mit dem Tandem durch Afrika zu fahren. Cheers Ladies!

Uns sind auf der Reise außerdem ziemlich viele „Albino Schwarze“ begegnet. Carl nennt sie „die, die ihre  Farbe verloren haben“ und genauso sehen sie aus. Sie haben dieselben Gesichtszüge wie schwarze Afrikaner, aber unsere weiße Hautfarbe. In den meisten afrikanischen Ländern haben diese Menschen kein einfaches Leben, da ihre Haut in der afrikanischen Sonne sehr schnell verbrennt und sie sehr oft Außenseiter sind, wenn nicht gar von ihre Familie als Fluch empfunden werden. Oft werden sie irgendwo versteckt oder gar getötet. In Tanzania scheint es, werden sie mehr akzeptiert und hier sahen wir die Meisten von ihnen. Einen Abend, als wir einen Spaziergang in Bagamoyo machten, kam eine Frau hinter uns hergelaufen, die ein kleines Albinomädchen an der Hand hinter sich herzog. Wir blieben stehen und mit einem breiten Lächeln drückte die Mutter die kleine Hand des Mädchens in Michaelas Hand. Was sollte das jetzt? Sollten wir die Kleine mitnehmen? Wir waren ein kleines bisschen hilflos. Die Kleine lächelte scheu und berührte unsere Haut ganz vorsichtig mit der Fingerspitze. Michaela hielt ihren Arm neben den des nun immer mehr lächelnden Mädchens und die beiden verglichen ihren Hautton. „Guck mal, genau wie Du“ sagte Timm und zeigte auf unsere Kinder. Das kleine Mädchen lachte und als wir schließlich gingen (ohne sie mitzunehmen), winkte sie fröhlich.

 

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One response to “Bagamoyo, Tanzania

  1. Ich kann mir vorstellen, dass das kleine weiße Mädchen sehr glücklich war, “Leidensgenossen” zu sehen. Selbst wenn man als Außenseiter toleriert oder sogar akzeptiert wird, ist man gerade als Kind doch dankbar, wenn man merkt, dass man nicht die einzige auf der Welt mit diesem “Problem”, dieser Andersartigkeit ist.
    Die Sache mit der Maus ist ja skurril. Ich hätte nicht gedacht, dass es auf Reisen durch Afrika ausgerechnet mit Mäusen Probleme geben könnte. Gut, dass die Kinder die tragische Geschichte nicht in ihrer vollen Tragweite mitbekommen haben.

    Viele Grüße,
    Lena

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