After 3 months of traveling

English version:
Just before we left Cape Town a good friend of Michaela put a post on her Facebook page, saying more or less that out of the comfort zone it is where the magic happenes. Another friend crossed out the word „magic“ and replaced it by „shit“.
Our comfort zone we have left behind long ago, somewhere in Namibia, as this was still known territory. So far both friends have been right. We experienced a lot of magic. All these wonderful places we saw, the sunsets, the sunrises, storytime at the campfire under millions of stars.The inspiring people we met, the stories we heard, the insight we got into different cultures and different ways of living. The joy of seeing our kids interact with people they can not even talk to- their openess and curiosity. The clues traveling gives about oneself and how it makes you reasess ones values and opinions. Us, growing together as a family, growing with each other. But then, there have also been the shit parts. The sleepless nights due to rain, thunder, heat, sickness or fear. The medical emergencies far from the security of a doctor or a hospital. Running out of clean water, food or cooking gas. Not finding our way in unknown territory. All this tension it causes not knowing 100% if one is safe or not. The lunatic drivers on the road that leave you with the feeling that no matter how hard we try to keep us safe and healthy, there is always the chance of someone else spoiling our effort.
So far we were lucky. Nothing happened that we could not deal with. But the fear of this changeing sticks around like a dark cloud ready to start a storm at every minute. There are moments, when especially Michaela questions if what we are doing is right. Rising 4 kids under normal circumstances can be exhausting sometimes, but when traveling it OFTEN is. The kids though are amazing. Hardly ever complaining, making the best of every situation. They miss their friends and a proper house but seem to take every opportunity to make every day a good one. They adapt easily to every surrounding and watching them we can only learn. The schooling we have given up for now as it started to get a bit of a negative connotation. So far nobody really misses it and we will take it up again when we have a longterm camp.
After 3 months of traveling half of our „Africa time is over“ and 1/3 (11.000km ) of our total kilometres ( around 30.000) are driven. Two months we have given us as extra time to stay longer here and there. It is a good feeling to have reached some sort of goal although the sheer amount of time and kilometres to drive that lies in front of us can be overwhelming at times. Traveling is nothing like a holiday- it is hard work. Adapting to new surroundings, always being on the go, never just letting go but but always being „present“ are taking its toll. Whereas Timm never questions if what we are doing is right, Michaela sometimes wishes the whole journey would be over and we all safe and happy back home. For her it is much more of an effort to smell like a half rotten smoked fish, wearing torn clothes (most of our clothes start falling apart from the constant hand washing). Timm and the kids seem not to mind at all. The painted toenails have long gone (as the bottle of nailpolish dried up in the heat) and the prominent colour on our nails is the black rim at their top. Our bedding is so smelly that just writing about it gives Michaela red flushes of embarasment. On the other hand, many people pay lots of money and spent lots of time on therapy to overcome their fears and cleaning addictions- we just travel. Financially our trip is saving us much more money than it costs us. Compared to Cape Town life we could reduce our costs to less than 1/3. No electricity bills, no restaurants, no school fees, no fancy shopping- we are pretty much down to the most essential plus diesel. Which is a good thing as it gives us the possibility to think over our livestyle, give up bad habbits and think about priorities. Many things we thought we or the kids need we actually do not need at all, which leaves us with a great feeling of freedom and the chance to press the RESET button, so to speak.

German version:
Kurz vor Beginn unserer Reise in Kapstadt hat eine gute Freundin einen Satz auf Michaelas Facebook Seite gepostet, der in etwa besagte, dass man seine „Wohlfühlzone“ verlassen müsse, um „Magie“ zu erleben. Eine andere Freundin strich dass Wort „Magie“ und ersetzte es durch das Wort „Mist“.
Unsere Wohlfühlzone haben wir lange hinter uns gelassen- irgendwo im vertrauten Namibia. Bisher hatten beide Freunde Recht. Wir hatten viele magische Momente: All diese wundervollen Orte, die wir sehen durften, die Sonnenauf- und Untergänge, Geschichten erzählen am Lagerfeuer unter Millionen von Sternen. Die vielen inspirierenden Menschen, die wir getroffen haben, die Geschichten die uns erzählt wurden, die Einblicke, welche wir in fremde Kulturen und Lebensweisen bekamen. Die Freude, unsere Kinder im Umgang mit Menschen zu sehen, deren Sprache sie nicht einmal sprechen, ihre Offenheit und Neugier zu beobachten. Die Einblicke, die das Reisen in die eigene Persönlichkeit gibt und welche Schlüsse man daraus für seine Werte und Meinungen zieht. Wir sind uns als Familie sehr nah gekommen und aneinander gewachsen. Aber es war da auch einiges an „Mist“: Schlaflose Nächte aufgrund von Regen, Gewitter, Hitze, Krankheit oder Angst. Medizinsche Notfälle weit entfernt von der Sicherheit eines Arztes oder eines Krankenhauses. Kein sauberes Trinkwasser, Essen oder Gas zum Kochen mehr zu haben. Sich in unbekanntem Gelände zu verfransen, all die Spannungen die es mit sich bringt, wenn man nicht mit 100% Sicherheit sagen kann ob man sicher ist oder nicht. Die wahnsinnigen Autofahrer auf der Strasse, die bei einem das Gefühl zurücklassen, dass egal wie sehr und gewissenhaft wir versuchen gesund und sicher zu bleiben, immer die Chance besteht, das jemand diese Bemühungen zunichte macht. Bisher hatten wir Glück- es gab keine Situation in der wir uns hilflos oder ausgeliefert fühlten. Aber die Angst, dass sich das ändern könnte hängt wie eine dunkle Gewitterwolke bereit jeden Moment loszutoben über uns. Es gibt Momente, in denen besonders Michaela sich fragt, ob dass was wir tun wirklich richtig ist. 4 Kindern unter „normalen“ Umständen gerecht zu werden ist manchmal anstrengend, auf Reisen ist es das OFT. Obwohl die Kinder unglaublich sind! Sie beschweren sich fast nie und scheinen aus jedem Tag aufs Neue das Beste machen zu wollen. Wir beobachten sie und können nur staunend lernen! Den Unterricht haben wir derzeit aufgegeben- zu oft haben negative Spannungen die Lernatmosphäre gestrört. Wir werden wieder anfangen zu unterrichten, wenn unsere Tage entspannter sind, ansonsten würden wir vielleicht den Kindern den Spass am Lernen nehmen, was ein viel grösseren Schaden anrichten würde als 3 Wochen Schule zu verpassen.
Jetzt, nach 3 Monaten, ist die Hälfte unserer „Afrika Zeit“ vorbei und 1/3 ( 11.000 km) unserer Gesamtstrecke (ca. 30.000) sind gefahren. 2 Monate haben wir als Extrazeit eingeplant um uns an besonders schönen Orten zu erholen. Es fühlt sich gut an, eine Art Ziel oder Zwischenetappe erreicht zu haben. Auch wenn die Anzahl der noch zu fahrenden Kilometer und die Zeit die wir dafür benötigen manchmal etwas überwältigend sind. Reisen hat nichts mit Urlaub zu tun. Im Gegenteil- es ist manchmal harte Arbeit. Sich immer wieder an neue Umgebungen zu gewöhnen, immer auf dem Sprung zu sein, immer mit allen Sinnen “da” sein zu müssen hat seinen Preis. Während Timm niemals von Zweifeln geplagt wird, gibt es Momente, in denen Michaela sich sicher und wohlbehalten nach Hause wünscht. Für sie ist es anstrengender wie ein fauliger Räuecheraal zu riechen und von den vielen Handwäschen langsam löchrig gewordenen Kleidung zu tragen. Die lackierten Zehennägel sind, nachdem der Nagellack in der Hitze eingetrocknet ist, Geschichte. Die momentan vorherrschende Farbe unserer Nägel ist das Schwarz an deren Rand. Den Kindern und Timm macht dieser Umstand gar nichts aus. Unsere Bettwäsche riecht so muffelig, dass nur darüber zu schreiben Michaela die Schamesröte ins Gesicht treibt. Auf der anderen Seite investieren viele Menschen eine Menge Geld und Zeit in Therapeuten, die Ihnen helfen ihre Ängste und ihren Putzfimmel zu überwinden. Wir reisen- mit dem selben Ergebnis. Finanziell gesehen ist unsere Reise der reinste Spartrip. Gegenüber unserem Leben in Kapstadt geben wir nun weniger als 1/3 aus. Keine Stromrechnungen, keine Schul- und Kindergartengebühren, keine Restaurants oder sonstige Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben uns auf das allerwesentlichste plus Diesel reduziert. Auch wenn es nicht immer leicht ist, finden wir es doch positiv, da es uns die Möglichkeit gibt, unseren Lebensstil zu hinterfragen, schlechte Angewohnheiten aufzugeben und unsere Prioritäten neu zu überdenken. Viele Dinge von denen wir dachten, wir oder die Kinder hätten sie nötig, erweisen sich als völlig überflüssig. Bei uns hinterlässt das ein enormes Freiheitsgefühl und die Chance einmal auf „RESET“ zu drücken.

Advertisements

One response to “After 3 months of traveling

  1. Viel Glück und Gesundheit für Euch,danke das ich an Eurer Reise teilhaben darf!Es ist schon sehr bewegend und die Worte treffen bei mir immer ins Herz,dabei ist es nur Euer Reisebericht!

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s